Schulwahl – OHNE QUAL

Einschulung
Quelle: Gettyimages

Unsere Kinder verbringen heute mehr wache Zeit in der Schule als zu Hause. Mitschüler und Lehrkräfte können einen fürs Leben prägen. Wie also finden Eltern die richtige Einrichtung für diese wichtige Zeit? Ein Schulwahl-Check.

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Die wichtigsten Elternfragen und das Für und Wider

Lohnt sich ein langer Schulweg?

Ein langer Schulweg bedeutet: später Essen, später Hausaufgaben, später Freizeit. Die Schulfreunde wohnen nicht im Viertel, spontane Verabredungen sind schwierig. Jüngere Kinder sind aufs „Mama/Papa-Taxi“ angewiesen und in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt, Eltern durch Fahrdienste gefordert – oft über Jahre.

 Vor allem im Grundschulalter spricht viel für die Schule um die Ecke. Bei älteren Kindern und Ganztagsschülern fallen die Argumente weniger ins Gewicht. Tipp: Testen Sie den Schulweg an einem normalen Schultag. Sind Busse und Bahnen überfüllt? Klappt das Umsteigen?

Achtung: Sind die Schulplätze rar, werden Sprengelkinder oft bevorzugt. Ihr Kind geht vielleicht leer aus. 

Welche Pädagogik passt zu meinem Kind?

Ist Ihr Kind eher freiheitsliebend und bewegungsaktiv? Ordnet es sich nicht gern unter? Dann kommen ihm moderne Pädagogik und freiere Unterrichtsformen vermutlich eher entgegen. 

 Liebt Ihr Kind Ruhe, Struktur und klare Ansagen? Dann kommt es in der Regel mit einer eher konservativen Pädagogik, die viel über das gesprochene Wort vermittelt, gut zurecht. 

Ist eine private Schule besser?

Der Status Privatschule allein ist noch kein Qualitätsmerkmal. Bleiben Sie Ihren Auswahlkriterien treu (siehe Teil 1) und wählen Sie die Schule nur, wenn sie tatsächlich Ihren Bedürfnissen entspricht. 

Lassen Sie sich vom Wohl des Kindes und nicht von Äußerlichkeiten oder Statusdenken leiten. 

Prüfen Sie, ob Sie die finanzielle und organisatorische Belastung auf Dauer tragen können. 

Sollen wir uns für eine alternative Schule entscheiden?

Freie Schulen folgen speziellen Leitlinien und Weltanschauungen. 

Bedenken Sie, dass Ihr Kind diese Werte tagtäglich vermittelt bekommt. Stehen Sie dahinter? Andernfalls sind Konflikte sicher.

Alternativschulen führen oft nur bis zum Haupt- oder Realschulabschluss. Klären Sie im Vorfeld, ob und wie die Schule den Wechsel in eine höhere Schulform vorbereitet und unterstützt. 

Elternmitarbeit ist an alternativen Schulen Pflicht. Wie viel Zeit können und wollen Sie investieren?

Eigene negative Schulerfahrungen sind schlechte Ratgeber. Entscheiden Sie sich nicht gegen das öffentliche Schulsystem, sondern für die Freie Schule und ihre Pädagogik. 

Welche Sprachen soll mein Kind lernen? 

Latein: Ist Ihr Kind rational, denkt logisch und lernt gern? Dann könnte es die Struktursprache Latein mögen. Wer Aufsätze hasst, kann sie hier umschiffen – dafür kann man seine Kenntnisse kaum anwenden.

Englisch: Ein sprachlich begabtes und kommunikatives Kind, das gut formuliert und gern schreibt, wird am modernen Englischunterricht Spaß haben. 

Französisch: nichts für Kinder, die sich mit Rechtschreibung schwertun. Spanisch fällt manchem leichter, weil Wörter weitgehend so gesprochen werden, wie sie geschrieben werden. Ein 

Bezug zum Land (und seien es Urlaube) hilft allgemein enorm.

Sprachenfolge: Wer mit Latein beginnt, ist auf die gymnasiale Laufbahn festgelegt. Französisch als erste Wahl schließt einen Schulwechsel mangels Alternativen meist komplett aus. Englischstarter bleiben flexibel.